FRIES stammt aus der sexualpädagogischen Arbeit von Planned Parenthood aus den 2010er Jahren und wurde für die Sexualaufklärung junger Menschen entwickelt. Planned Parenthood ist eine der größten Anbieter von liberaler Sexualaufklärung in den USA. 

Prinzipien:

  • Freely Given: Ohne Druck, Manipulation oder unter Einfluss von Substanzen.
  • Reversible: Kann jederzeit zurückgezogen werden – auch während einer Handlung.
  • Informed: Zustimmung gilt nur, wenn keine relevanten Informationen verschwiegen wurden.
  • Enthusiastic: Nur echtes, begeistertes „Ja“ ist ein Konsens.
  • Specific: Zustimmung für eine Handlung gilt nicht pauschal für andere.


FRIES erweiterte die Consent-Debatte weltweit und wird in Schulen, Universitäten und Aufklärungskampagnen verbreitet und fand auch schnell Verbreitung in der BDSM-Welt. FRIES möchte besonders vor Übergrifflichkeit schützen. Das Konzept wird als praxisnah und alltagstauglich gelobt und hebt hervor, dass Konsens immer dynamisch gegeben wird und niemals endgültig sein kann. 

Die Weiterentwicklungen der Konsensmodelle von SSC über RACK, PRICK, 4C, FRIES und anderen sind auch ein anschauliches Beispiel für die Entwicklung der BDSM-Community selbst: Von einer isolierten und geächteten Szene ohne Konsensbasis hin zu einer Vielfalt an Subkulturen, in denen heute Schutz vor Missbrauch und Manipulation, Berücksichtigung von sozialer Ungleichheit und Intersektionalität, Diversität, Inklusion in die Modelle zur Einwilligung einfließen. Auch wenn kein Konsensmodell vor Übergriffigkeit schützt: Die Konsensmodelle entwickeln sich kontinuierlich weiter und bieten heute eine Vielzahl von Methoden und Perspektiven, um zu einem guten Einverständnis zu gelangen.