Über Mich

Meine Rope Philosophie

Ich liebe es, durch Seilen zu empowern. Seilen ist für mich eine besondere Form der Kommunikation mit mir selbst und mit dem/der Seilpartner*in. Dabei schätze ich besonders Ruhefinden, Kopfausschalten, Selbstspüren, aber auch die Sinnlichkeit im Schmerz und den Genuss am Ausgeliefertsein.

Ich praktiziere nicht wirklich „traditionelles“ japanisches Bondage, auch wenn ich viel davon aufgenommen habe. Mein Stil ist eher spielerisch und erforschend: Aus Shibari/Kinbaku übernehme ich, was mir sinnvoll erscheint – insbesondere im Hinblick auf Sicherheit – und entwickle es gemeinsam mit meiner Seilpartnerperson weiter.

Shibari/Kinbaku hat seine Wurzeln nicht in uralten Samurai-Kampfkünsten, wie das so gerne kolportiert wird, sondern entstammt dem Rotlichtmilieu nach dem Ende der Edo-Zeit und dem gerne auch mit spicy Themen hantierenden Kabuki Theater.  Daher verwundert es auch nicht, dass es in vielen Performances und Abbildungen neben einer sehr intensiven Sinnlichkeit auch ein hohes Maß an Sexualität.  Oft schwingt ein extrem starker heteronormativer und patriarchaler Vibe mit. Das sieht man allein schon daran, dass viele männliche Rigger wie selbstverständlich davon ausgehen, dass Rope Bottoms natürlich weiblich zu sein haben (und beim Fesseln auch nackt). Bis vor wenigen Jahren war man als männlicher Rope Bottom ein sehr seltenes Exemplar auf Rope Jams - und nicht selten wurden weiblichen Riggerinnen väterliche Ratschläge erteilt, wie man richtig seilen würde. Man kann so fesseln, man muss es aber nicht.

Ich hinterfrage kontinuierlich meinen eigenen, gesellschaftlich geprägten, privilegierten, männlichen Blick und versuche, stereotype oder überstrapazierte Bildwelten zu vermeiden.

Jeder Körper kann geseilt und sicher suspended werden. Ich bin offen dafür, Menschen zu seilen, mit denen ich eine echte Verbindung und einen klaren Konsens aufbauen kann – unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, gesellschaftlichem Status oder Körperform.

Workshops für modernes Seilbondage

Mein Stil ist stark durch meine langjährige Auseinandersetzung mit Solo-Suspension-Bondage geprägt. Die meisten meiner technischen Impulse und Inspirationen beziehe ich vorwiegend von queeren, schwulen und weiblichen Rigger*innen. Das prägt bis heute sowohl meinen ästhetischen Ansatz als auch meinen Umgang mit Dynamik und Beziehung im Seil.

Meine eigene Erfahrung mit Solo-Bondage und als Rope-Bottom prägt meine Art zu seilen maßgeblich. Sie sorgt dafür, dass ich einen konsequent Bottom-zentrierten Ansatz verfolge und ein ausgeprägtes Bewusstsein dafür habe, wie sich die Dinge tatsächlich auf der empfangenden Seite anfühlen.

Foto: Tom delirio

Foto: Miss Kiki